Blizzard klagt auf 8.500.000$ Schadensersatz

  • #104098

    Blizzard will 8,5 Millionen Dollar vom deutschen Bot-Entwickler Bossland

    Die Zahl errechnet sich laut den Blizzard-Anwälten aus den 42.818 nachweisbaren Fällen, für die Blizzard jeweils 200$ haben will.
    Bossland selbst erklärt jedoch, dass ein großteil der nachgewiesenen Bot-Lizenzen nur 3-Tage-Test-Accounts für 1€ waren. Bossland zufolge haben sich Blizzards Anwälte die Summe von 8,5 Millionen Dollar also einfach ausgedacht.

    Wie’s jetzt weitergeht, bleibt abzuwarten. Bossland hat seine Gegenklage eine Instanz höher beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vorgebracht.

    Hab diese Perle gerade im News-Feed entdeckt. Was haltet ihr davon?

    Fand es mal wieder köstlich, dass sich Blizzard die Höhe des Schadensersatzes einfach ausgedacht hat. Darin sich willkürlich irgendwelche Preise aus dem Arsch zu zaubern sind die Jungs Weltklasse! 😀

    caelistix
    Dabei seit 11.01.2016
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  • #104114

    IGGhost
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    @caelistix: Ich finde es absolut gerechtfertigt.

    Beschäftige mich schon länger mit dem Fall Blizzard vs. Bossland und finde es eine Frechheit was Bossland dort abzieht.

    Das Bossland auch in Vergangenheit schon öfters Falschmeldungen bzw. Lügen raus gehauen hat ist ebenfalls nichts neues. Dazu kommt das Bossland nun versucht die Sache auszusitzen da sie so vor dem US Gericht keine konkreten Angaben machen müssen . So kann Blizzard nur die Mindestsumme fordern.

    Ausgedacht ist an Blizzard´s Summe da rein garnichts.
    Allein die Erlöse aus Verkäufen , Schadensersatz und Anwalts bzw. Gerichtskosten werden ohne weiteres die Summe sprengen.

    Bosslands dreckssoftware hatte eine gut lange Zeit hochkonjungtur bei diversen Account Sell Geschäften aus China.

    1
    #104119

    Svenno
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    Ich finds ebenfalls gerechtfertigt und hätte auch kein Problem damit, wenn die Summe das Kapital von Bossland übersteigen sollte.

    #104134

    caelistix
    Dabei seit 11.01.2016
    1.606 335

    Jetzt mal ganz beiseite ob das Vertreiben von Bots moralisch verurteilbar ist oder auch nicht, so ist es zumindest juristisch nicht ganz einwandfrei. Das hat auch der BGH so geurteilt und es steht fest, dass es keine weiteren Bots Made in Germany geben wird.

    Andererseits sind wir hier in einem Rechtstaat und nicht in einer Bananenrepublik wie den USA, wo man wegen jedem Blödsinn mehrere Millionen Schadensersatz verlangen kann. Deutsche Unternehmen unterliegen deutscher Gerichtsbarkeit. Als Europäer würde ich mich auch nicht vor ein US-Gericht stellen, wenn dort mit keinem (für unser Verständnis) fairen Urteil zu rechnen ist.

    Fazit: Das der Vertrieb von Bots gestoppt wurde ist schon verständlich. Das irgendwelche Fantsysummen gezahlt werden halte ich aber für unwahrscheinlich.

    @igghost: Wie kommst du zu der Annahme das Blizzard pro Bot-Account 200€ Verlust gemacht hätte? Wer die Anwalts- und Gerichtskosten trägt entscheidet ebenfalls nicht der Kläger, sondern das Gericht. Das ist also da gar nicht mit drin.

    #104141

    Marcello
    Dabei seit 04.08.2016
    86 10

    Also ich finde diese Summe auch utopisch, aber Blizzard ist ja auch nur ein Unternehmen das etwas verdienen möchte.

    ~

    #104145

    Hifarion
    Dabei seit 31.12.2016
    82 11

    @igghost: Wie kommst du zu der Annahme das Blizzard pro Bot-Account 200€ Verlust gemacht hätte? Wer die Anwalts- und Gerichtskosten trägt entscheidet ebenfalls nicht der Kläger, sondern das Gericht. Das ist also da gar nicht mit drin.

    Ich denke er meint die Anwalts- und Gerichtskosten aus den vorangegangenen Verfahren. Die können durchaus als Schadensposten geltend gemacht werden. Vereinfacht gesagt ist der Kläger (grds. sowohl im deutschen Privatrecht, als auch im angloamerikanischen civil law) finanziell so zu stellen, als wäre es nie zu dem schädigenden Ereignis gekommen.

    Deutsche Unternehmen unterliegen deutscher Gerichtsbarkeit.
    caelistix

    Das stimmt so (zumindest pauschal) nicht. Gerade im Deliktsrecht ist in der Regel eher der Ort des „Erfolgseintritts“ (also quasi der Ort, wo sich der Schaden letztlich auswirkt) entscheidend.

    Das im angloamerikanischen Rechtskreis generell „ungerechte Fantasysummen“ gezahlt werden, halte ich generell für ein verbreitetes Vorurteil.

    #104150

    Marcello
    Dabei seit 04.08.2016
    86 10

    Das im angloamerikanischen Rechtskreis generell „ungerechte Fantasysummen“ gezahlt werden, halte ich generell für ein verbreitetes Vorurteil.
    Hifarion

    Echt ? Nehme man Stelle, sie verbrannte sich bei McDonalds am kaffe und bekam satte 2,86 Million, gut im Nachhinein wurde es auf süße 650.000 Dollar herab gesetzt, dennoch eine Summe die ohne Fantasie niemals entstanden sein kann.

    #104151

    Hifarion
    Dabei seit 31.12.2016
    82 11

    Das im angloamerikanischen Rechtskreis generell „ungerechte Fantasysummen“ gezahlt werden, halte ich generell für ein verbreitetes Vorurteil.
    Hifarion
    Echt ? Nehme man Stelle, sie verbrannte sich bei McDonalds am kaffe und bekam satte 2,86 Million, gut im Nachhinein wurde es auf süße 650.000 Dollar herab gesetzt, dennoch eine Summe die ohne Fantasie niemals entstanden sein kann.
    Marcello

    Etwa die gleiche Summe hatte der Axel-Springer Verlag auch an Kachelmann zahlen müssen (abgeurteilt durch ein deutsches Gericht).

    Ich muss dir/anderen Recht geben, dass man über manche Summen streiten kann, aber dann muss man sich auch fragen welche Summe von einem Milliarden-Unternehmen noch als Sanktion verstanden werden. Ein großer Teil des Schadenersatzes im besagten McDonalds-Fall macht der Strafschadenersatz aus, also eine Summe die der Schädiger als Sanktion/Strafe zahlen muss. Besagter Strafschadenersatz wird übrigens hier in Deutschland vielfach gefordert („in Deutschland kommen Schädiger viel zu milde weg“). Ich finde nicht, dass es Fantasy-Summen sind, sondern angemessene Summen, wenn man ein Unternehmen sanktionieren will (im McDonalds-Fall hatte das Unternehmen bspw. wissentlich zu heißen Kaffee veräußert).

    #104152

    Svenno
    Dabei seit 03.12.2016
    69 9 T23 R45

    Echt ? Nehme man Stelle, sie verbrannte sich bei McDonalds am kaffe und bekam satte 2,86 Million, gut im Nachhinein wurde es auf süße 650.000 Dollar herab gesetzt, dennoch eine Summe die ohne Fantasie niemals entstanden sein kann.
    Marcello

    Die gute Frau hatte aufgrund des Kaffees starke Verbrennung dritten Grades an Oberschenkel und Gesäß und musste mehrmals operiert werden. Wenn die genauen Ausmaße der Verletzungen übermittelt worden wären, würde niemand den Fall als Phantasiefall aufzählen.

    #104156

    caelistix
    Dabei seit 11.01.2016
    1.606 335

    @Hifarion: Frage an dich: Ist denn im konkreten Fall überhaupt davon auszugehen, dass Blizzard ein Schaden enstanden ist? Und wenn ja, wie hoch schätzt du ihn ein?

    Im McDonalds-Fall hatte das Unternehmen bspw. wissentlich zu heißen Kaffee veräußertHifarion

    Was zur Hölle? Es ist ja wohl physikalisch nicht möglich Kaffee auf mehr als 100°C zu erhitzen. Das Problem war nicht die Temperatur des Kaffee, sondern das der Deckel nicht sachgemäß angebracht war.

    #104170

    IGGhost
    Dabei seit 31.07.2016
    169 19 1D+36 T1

    @caelistix: Nunja die 200$ lassen sich rellativ easy zusammen setzen.

    Ein Käufer auf Ebay der einen Account kauft zahlt somit nicht an Blizzard :

    • Battlechest 15€
    • Aktuellste Erweiterung : Durchschnittlich 50€ +/-
    • Spielzeit . Ein Spieler der nicht gerade Turbomäßig levelt und sich nicht mit Accountbind Equipt durch grindet braucht für die Maximalstufe schon etwas länger. Somit geht Spielzeit verloren.

    Durch Bots gefarmtes Gold aus Farming auf Ebay/G2A/MMOGA etc. ist auch nochmal nicht zu wenig. Gold wird massiv gekauft. Und da die Bots besonders zu Cata/MoP am aktivsten waren und es dort noch nicht die Marke gab wird da einiges geflossen sein.

    Dazu den Imageschaden unter den Spielern die die Bots angerichtet haben.


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