Kobolde & Katakomben: Zwielichtbrecher, Idee hinter den Schurken-Geheimnissen und Co. – Interview mit Peter Whalen

Kobolde und Katakomben Artwork 5

Unser Partner ingame hatte vor Kurzem die Gelegenheit, ein Interview mit Hearthstone Senior Game Designer Peter Whalen zu führen. Im Fokus des Gespräches stand natürlich die neue Erweiterung Kobolde & Katakomben, die seit rund drei Wochen verfügbar ist. Geäußert hat er sich aber u.a. auch dazu, wie es mit einer 10. Klasse für Hearthstone aussieht.

Eine Auswahl an Fragen und Antworten aus dem Interview haben wir direkt im Anschluss für euch zusammengestellt. Das komplette Interview mit dem Senior Game Designer könnt ihr bei ingame lesen.

ingame: Man sagt der Zwielichtbrecher sei eine der stärksten Karten aller Zeiten. Habt ihr den Dragon Priest absichtlich stärker gemacht, da die Karten für den Highlander Priest bald raus rotieren?

Peter Whalen: Diese Karte ist eher weniger für den Highlander Priest gedacht. Denn ein Ziel, das wir mit der neuen Erweiterungen erreichen wollen war es, dem Spieler mehr Möglichkeiten zu geben, einen Helden zu spielen. Aktuell wird, wie du schon erwähntest, der Highlander Priest gespielt, der Kazakus Priest, die Keleseth Version vom Highlander Priest und der Big Priest sind wirklich sehr starke Decks. Der Dragon Priest hingegen hinkt etwas hinterher, deswegen haben wir uns entschieden, lieber ihn zu verstärken als die starken Decks. Wir bringen für jede Klasse 10 Karten raus, also wollten wir die verschiedenen Decktypen versorgen.

Und Dragon Priest war bisher nicht so stark, also bekommt er 2 Karten in dieser Erweiterung,. Der Zwielichtbrecher ist einer von ihnen, der Zwielichtakolyth die andere. Also bekommt der Priester starke Karten für diesen Decktypen, was ihm erlaubt, etwas zu experimentieren. Wenn du die Karten gerne in deinem Kazakus Priester probieren möchtest ist das cool, entferne ein paar Karten, wie zum Beispiel Velen und spiele weniger die Kombo-Version, sondern mehr die Dragon-Version. Es schön zu sehen, in welche Richtung sich das Metagame dadurch bewegen kann. Das war auch der Grund, diese Karten rauszubringen.

Kommen wir jetzt zu ein paar allgemeineren Fragen. Blizzard bestand immer auf seinen Klassenidentitäten. Nun, ein paar Jahre später bekommt der Schurke Geheimnisse. Was macht ihn mystischer, als zum Beispiel einen Hexenmeister?

Also eine der Sachen, die wir in dieser Erweiterung machen wollten, war es auf die Grundideen für jede Klasse zurückzugehen. Und für den Schurken ist das, die Hinterhältigkeit, das Fallen legen und das Verharren in den Schatten, um einen Hinterhalt zu bilden. Geheimnisse sind ein Weg, dies in Hearthstone rüberbringen zu können. Unser Plan ist es nun nicht forlaufend neue Geheimnisse für den Schurken rauszubringen. Es ist eine Sache für diese Erweiterung, wir werden auswer ten und überprüfen, ob in den nächsten Jahren weitere hinzukommen oder ob wir bei diesen bleiben. Aber in dieser Erweiterung wollten wir die Hinterhältigkeit unterstreichen.

Der Schurke war immer diese Klasse, bei der man sich fragte, warum sie keine Geheimnisse bekommen hat. Und die Antwort ist, dass sie schon eine Menge anderer Dinge hatten. Deswegen haben wir Klassen, die welche brauchten, Geheimnisse gegeben. Aber der Schurke als Thema macht es sinnvoll, dass er Geheimnisse besitzt. Wir haben drei Geheimnisse für den Schurken. Alle sind mehr oder weniger von anderen Klassen abgeguckt. Eins ist eine andere Version eines Paladin-Geheimnisses. Es ist wie Fluchtkodo, außer der Tatsache, dass es die Kosten um 2 verringert. Und das spielt sich sehr interessant beim Schurken. Alle Kosten 2 Mana. Wir haben auch eine Version von Irreführung. Aber anstatt eines zufälligen Ziels, greift der Diener einen seiner Nachbarn an. Es ist wie „Verrat“, manchmal ist das gut, manchmal schlecht, kommt auf die Situation an.

Aber es ist auf jeden Fall konstanter als Irreführung. Es ist also interessant. Und dann haben wir noch eine Eisblock-Variante. Wenn dein Held Schaden bekommt, wird er für den Rest des Zugs immun, anstatt tödlichen Schaden zu verhindern. Es ist anders als Eisblock. Hat dein Gegner eine Menge Diener und könnte 20 Schaden verursachen, ist es ziemlich gut, weil du eine Menge Schaden blocken kannst. Aber es ist natürlich nicht beständig, denn wenn du es in Zug 2 oder 3 legst, wird es nicht da sein, wenn du es wirklich brauchst. Also, dass Schurken Geheimnisse bekommen haben, macht eine Menge Sinn für diese Erweiterung. Wir sind sehr gespannt, wie die verschiedenen Geheimnisse miteinander synergieren und wie es den Schurken vorranbringt.

ingame: War es eure Absicht mit der neuen Erweiterung das Spiel zu verlangsamen und die Kontroll-Decks wieder populärer zu machen, nachdem in der Vergangenheit agressive Decks dominierten?

Klar wurde der Pirate Warrior sehr häufig gespielt. Aber es nie wirklich unser Ziel zu sagen, „Okay das wird das neue Metagame“. Wir geben eher die Werkzeuge. Und in dieser Erweiterung sind eben nützliche für Kontroll-Decks erschienen. Psychischer Schrei, Zorn des Drachens, Rundumschlag. Eine Menge Flächenzauber, besonders welche, die dich zurück ins Spiel kommen lassen. Also wenn du auf dem Board zurückfällst, ist es das beste, einen Flächenzauber zu haben. Und es ist egal, wenn du hinten bist, dass sie auch deine Diener betreffen. Wir haben herausgefunden, dass Flächenzauber, die nur den Gegner treffen einen Schneball-Effekt auslösen. Du liegst vorne, dein Gegner versucht zurückzukommen und mit einem Flächenzauber vereitelst du all diese Pläne. Also haben wir in dieser Erweiterung versucht, da ist Kataklysmus ein gutes Beispiel, Zauber zu kreieren, die beide Spiele betreffen.

So, dass es mehr bringt sie einzusetzen, wenn man hinten liegt. Das sieht man auch beim „Einzelkämpfer“, ein Neutraler Diener der, wenn du keine anderen Diener hast, was heißt dass du etwas hinten liegst zu einem 2/4 Diener mit Gottesschild und Spott wird. Also ist ein riesiger Nerv-o-Tron für nur ein Mana mehr. Das funktioniert aber nur, wenn du hinten liegst oder eine Strategie verfolgst, bei der wenige Diener auf dem Feld sind. Es ist also schwer zu sagen, ob es nun eine Control Meta gibt. Wir hatten erst vor Kurzem eine und etwas ein Jahr zuvor mit Renolock und Renomage. Aktuell der Kazakus Priest, der auch ein Control Deck ist erfolgreich oder auch der Dead Mans Hand Warrior. Eine Menge Control Decks schlagen sich also sehr gut. Wir werden sehen, was Kobolde und Katakomben bringen wird. Es liegt an unseren Spielern., da sind soviele Menschen draußen, und alle bauen sie diese verrückten Decks. Es also schwer zu sagen, was nun passiert.

Viele Leute in der Community denken, dass der Priester bei den neuen Karten bevorzugt wurde. Was denkst du darüber?

Ich sehe das nicht so. Eine menge Klassen bekommen starke, neue Karten. Der Priester bekommt natürlich richtig gute Karten, vor allem der Dragon Priest. Viele der sehr zauberlastigen Priester Decks, wie zum Beispiel der Big Priest oder manche Varianten des Kazakus Priest bekommen ein paar nette Spielzeuge, wie zum Beispiel Drachenseele. Natürlich sind dabei einige interessante Karten, aber das gilt für alle Klassen. Der Hexenmeister bekommt interessante Karten, wie Besessener Lakai oder Leerenfürst. Auch Kataklysmus ist sehr interessant oder auch der Zauberstein. Der Jäger bekommt einige coole Sachen, der Zauberstein ist eine interessante Option, sie bekommen auch ein neues Geheimnis. Also eigentlich bekommt jede Klasse neue, mächtige Karten. Klar stimmt es, dass die für den Priester sehr stark sind, aber das gilt für alle.

Okay Peter hier die letzte Frage. Es gibt Gerüchte, dass Blizzard eine 10. Klasse in das Spiel integrieren möchte, wie den Dämonenjäger oder den Mönch. Können wir uns darauf Hoffnungen machen?

Wir haben überhaupt keine Pläne eine 10. Klasse zu veröffentlichen. Das wahrscheinlichste Szenario ist es, dass so etwas als Kartenchaos erscheint. Oder vielleicht als Solo Abenteuer oder als alternative Form. Wir haben aktuell 9 Klassen und diese stellen die ursprünglichen Startklassen in World of Warcraft dar. Und eine der Sachen, die wir oft tun, ist es herauszufinden, wo der Unterschied zwischen den Klassen liegt. Jede Klasse hat seine eigenstehende Mechanik. Und um eine neue Klasse einzuführen bräuchten wir eine neue Kern-Mechanik, die den Helden von anderen Klassen abhebt. Wir hatten bisher noch keine Mechanik, die nicht in die bisher bestehenden Klassen gepasst hat. Eine, bei der wir dachten, dass wir dafür eine 10. Klasse bräuchten, wo wir extra etwas Neues schaffen müssten. Wir haben also definitiv aktuell keine Pläne, eine 10. Klasse einzuführen und ich glaube es wäre auch nicht förderlich für das Spiel. Es ist nichts, auf das ich wirklich Lust hätte. Ich glaube, dass das Konzept gut ist, aber aktuell wäre es nicht gut für Hearthstone.


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Veröffentlicht in: News

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Kommentare zu "Kobolde & Katakomben: Zwielichtbrecher, Idee hinter den Schurken-Geheimnissen und Co. – Interview mit Peter Whalen"

Mal gut das keine 10. Klasse kommt 😉
Die Balance ist ja jetzt schon teilweise fürn Arsch. Einige Klassen sind total OP während andere nicht mehr groß gespielt werden weil sie nichts mehr reißen.

Ich kann mich noch dran errinern, alle beschweren sich darüber das der Schamane damals so OP war, wirklich jeder hat ihn gespielt und es hat einen genervt. Da haben sich dann alle aufgeregt das Priester so schwach ist, sie sich alle lieber freuen würden wenn endlich mal der Priester ganz oben mitspielt.

Jetzt ist der Schamane tot und alle jammern weil der Priest jetzt so gewaltig nervt.
Es ist immer wieder das selbe, eine Klasse ist total OP ein paar Jahre später ist sie tot und vergessen, bis dann wieder etwas ganz neues OP kommt und sich der Kreislauf immer wiederholt.

Mit ner 10ten Klasse wäre Blizzard ja noch mehr überfordert mit der Balance, wobei es ihnen ja eigentlich egal sein kann (siehe Jadeidol ) wo ich bis heute einfach immer noch nicht verstehe wie man eine einzige (und dann auch noch EIN MANA) Karte in ein Spiel packen kann die sämtliche Decktypen außer Gefecht setzt und da einfach kein Nerf gebracht wurde.

Mag ja gut sein das die Karte im April ausm Standart fliegt, aber was ist dann mit dem Wild-Modus? Das ist Blizzard wohl egal…


Ach, diese Frage über eine eventuelle 10. Klasse wird den Entwicklern in gefühlt jedem Interview gestellt und die Antwort ist immer dieselbe. Aber wirklich interessant zu sehen, was sie sich bei den überdurchschnittlich vielen AoEs im aktuellen Set gedacht haben


„Highlander Priest und der Big Priest sind wirklich sehr starke Decks. Der Dragon Priest hingegen hinkt etwas hinterher, deswegen haben wir uns entschieden, lieber ihn zu verstärken als die starken Decks.“

Sind Psychic Scream und der Diamond Spellstone keine Verstärkung der starken Decks?

„Aktuell der Kazakus Priest, der auch ein Control Deck ist erfolgreich oder auch der Dead Mans Hand Warrior.“

Ob man den Kazakus Priest Controldeck nennen kann ist fraglich: nur Draw, keine value Karten, Raza-Anduin Kombo, Kombo Matchups. Ich würde das eher Kombodeck nennen. Und wann war der D.M.H Warrior bitte erfolgreich?

„Eine Menge Control Decks schlagen sich also sehr gut.“

Jaaa eine Menge….

„Wir haben herausgefunden, dass Flächenzauber, die nur den Gegner treffen einen Schneball-Effekt auslösen. Du liegst vorne, dein Gegner versucht zurückzukommen und mit einem Flächenzauber vereitelst du all diese Pläne.“

Ahh eure Hearthstone Wissenschaftler haben ja wieder einen Geistesblitz gehabt, das hätte man sich nicht denken können..

„Es liegt an unseren Spielern., da sind soviele Menschen draußen, und alle bauen sie diese verrückten Decks.“

Nein, 90% spielen die besten Decks aus dem Internet.

„Klar stimmt es, dass die für den Priester sehr stark sind, aber das gilt für alle.“

Power creep für alle Klassen ist ja dann gut..

„Klar wurde der Pirate Warrior sehr häufig gespielt. Aber es nie wirklich unser Ziel zu sagen, „Okay das wird das neue Metagame“. Wir geben eher die Werkzeuge. Und in dieser Erweiterung sind eben nützliche für Kontroll-Decks erschienen. Psychischer SchreiZorndes Drachens, Rundumschlag.“

Sehr häufig ist untertrieben.

Und es ist nicht ihr Ziel zu sagen das wird das neue Metagame? Wie war das denn bei jade druid wo sie offensichtlich op Karten rausgebracht haben, und dazu noch einen COUNTER BEVOR DAS DECK GUT WAR??

Werkzeuge? Und wenn dann ein toxic cancer deck die Meta ist, dann sagt ihr: Balancen? Wir geben nur die Werkzeuge wir nerven nicht, und wenn dann nur Basiskarten.

Nützliche Controltools das stimmt. Abgesehen von  Psychic Scream da der imo nicht für typische Controldecks geeignet ist. Aber wie kommt es dann das fast alle Klassen das selbe Tempodeck sind?

Das Problem ist das sie halt auch immer aggressive Karten rausbringen müssen wie Keleseth, Corridor Creeper, Dire Mole etc…


Ob man den Kazakus priest kontroldeck nennen kann ist fraglich: nur draw, keine value karten, raza-anduin Kombo, kombo matchups. Ich würde das eher Kombodeck nennen. Und wann war der D.M.H Warrior bitte erfolgreich?
Pikasalt

Stimme zu. Die einzigen erfolgreichen Decks aktuell die man als control deck bezeichnen kann sind controllock und mit viel Kulanz Big priest. Und bei allen control decks merkt man, dass sie große Temposwings besitzen müssen um überhaupt viable zu sein. Siehe Big priest, Cube lock, recruit warri, control Mage mit spiteful etc.

Ein pures ausgrinden wie früher ist dank Jade Druid, quest mage und razakus nicht mehr drin. Razakus könnte man mit control warri vllt noch ausgrinden, aber die anderen beiden nicht.

Und von welchen anderen VIELEN control Decks sprechen die bitte? Mage ist trotz Big Spell Synergie langsam und schwach, warri ist vermutlich aktuell die schlechteste klasse und priest macht auch kein klassisches control game mehr. Und auch schön wie die Hälfte der cobtrol Tools die sie beschreiben eibfach mal keine (oder keine brauchbaren) sind.

PS ist NUR für die aktuellen priest listen gut und nicht für Classic control. Reckless Flurry ist ok aber maximal einmal im early Game nutzbar aufgrund des rüstungsverlusts. Zorn des Drachen ist ok, aber ohne proaktives Tempo macht der Control Mage halt nen scheiß. Removal hat der eh schon genug.


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